Inflationäres Benutzen von Kosenamen

Kosenamen unter Frauen – irgendwie nimmt das immer mehr zu

Also entweder gehöre ich zu der Generation (meine Güte, wie alt das klingt 😉 ), die ihre Freundinnen nur mit ihrem Namen oder – wenn es unbedingt sein musste – mit einer meist ungeliebten Abkürzung angesprochen haben oder ich hab irgendwie den Schuss verpasst, wo fast Jede beschlossen hat, mit Kosenamen nur so um sich zu werfen.

Süße, Liebelein, Schatzi, Engelchen

Das sind eigentlich Worte, die ich von einem Mann hören möchte. Nicht von irgendwelchen, mir meist nicht wirklich gut bekannten, Instagram-„Freundinnen“ oder gar Fremden. Macht es einen beliebter, wenn man quietschend unter jedes Posting so einen Kosenamen drunter setzt mit 10 Milliarden Herzchen? Ja klar, macht es das. Es baut eine vermeintliche Bindung auf und man fühlt sich der anderen Person nahestehend und man kennt sich ja schließlich so gut und ist befreundet. Also zumindest viral, also eigentlich gar nicht. Sollte man die Person aus irgendeinem Grund mal brauchen, ist Liebes/Süße bestimmt nicht für einen da. Schätzchen hin oder her.

Meine wirklich guten Freundinnen und nahestehenden Bekannten…

…nenne ich entweder bei ihrem Namen oder es kommt von Herzen, wenn  mal „Spatzl“ oder „meine Liebe“ über meine Lippen kommt. Auch hier hält sich bei mir persönlich aber die Benutzung von Kosenamen in Grenzen. Ich mag diese geheuchelte Art und Weise nicht, weil man doch sowieso weiss, dass es sich rein um „Stimmenfang“ und Like-Gebetteleien handelt. Da fällt mir gerade ein: Wenn Angela Merkel ihre Wähler mal mit „Süße“ und „Liebes“ angesprechen würde, ob das wohl die Wahl stark beeinflusst? 🙂

Im Umkehrschluss heißt das dann:

dass ich auch, wenn ich jemanden nicht mag, die Postings mit „das sehe ich aber ganz anders, Bitch“ oder „oh mein Gott – Dein Outfit – grauenvoll“ kommentieren könnte? Ach wäre das ein Spaß. Aber nein, die Nettikette verbietet das natürlich. Dann halt lieber keinen Kommentar abgeben.

Plussize

Ich bin in diversen Plussize-Gruppen in Facebook unterwegs. Auch dort wird es gar nicht gerne gesehen, wenn man mal – vorsichtig formuliert – seine wirkliche Meinung zu den Outfits of the day #ootd abgibt. Da quellen Röllchen über Leggings oder man sieht irgendwelche derben Stiefel an voluminösen Waden zu leichten Sommerkleidchen, die eng am Körper anliegen. Body Positivity hin oder her – ich wäre froh, wenn mir eine Freundin sagt, dass es nicht so toll aussieht, was ich da plane anzuziehen.

Wie geht es Euch? Überschüttet Ihr Social Freunde mit Kosenamen? Und darf man nicht mal seine ehrliche Meinung sagen? Bin gespannt, was Ihr dazu denkt.

 

Alpini

eine gebürtige Münchnerin, die Lifestyle und Trachten liebt.

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